Hoch hinaus

…brüten muss Meister Adebar jedoch selbst. Seit Jahren bemühen sich die LandschaftsLotsen der Naturschule um die Wiederansiedlung des Weißstorchs am Flugplatz. Das Projekt hat jedoch nicht nur Befürworter, da der große Vogel kein Kostverächter ist und alles (fr)isst, was ihm vor den Schnabel kommt. Es ist lange her, da brütete Ciconia ciconia auf dem Schornstein einer alten Dorfbäckerei in Bonames. Zumindest solange, bis die Anlage abgerissen wurde. Übrigens: Früher glaubte man, dass sich Störche eingraben, weil sie im Winter nicht mehr sichtbar waren. Erst als die sogenannten „Pfeilstörche“ mit einem afrikanischen Jagdpfeil in ihre Brutgebiete zurückkehrten, lüftete sich das Geheimnis des Vogelzugs.

Zweite Woche Stadtwald. Zweite Woche Kröten und Frösche suchen und finden. 60 Exemplare konnte ich heute einsammeln und sicher über die Straße in den Jacobiweiher bringen. Ist das viel? Ich hätte aufgrund der Erfahrungswerte vom letzten Jahr mehr erwartet. Die Temperaturen sind ideal. Fast 10 Grad plus. Zwar kein Regen, aber auch nicht zu trocken…Bisher haben wir über 600 Tiere gesammelt…es bleibt abzuwarten, was in den nächsten Wochen passiert…Hoffentlich viel Krötenwanderung und wenig Autoverkehr…Ich berichte weiter…

Eine Wohltat

Seit über bei über zehn Jahren unterstützen uns Teams einer großen deutschen Bank im Rahmen von Social Days tatkräftig bei unseren Vorhaben. Heute wurden das Weidenlabyrinth und die Steinspirale aufpoliert. Zwei Anlagen, die am Alten Flugplatz seit Jahren dem Gemeinwohl dienen und auf Initiative der Naturschule entstanden. Da wurden Weidenstecklinge geschnitten und in den Boden gesteckt, da wurden Brombeeren und Müll entfernt, Zäune geflickt und vor allem unsere bisherige Arbeit wertgeschätzt. Etwas, was am Alten Flugplatz verloren gegangen ist. Der Respekt vor- und füreinander. Unser Dank gilt den helfenden Händen, den aufmunternden Worten und mutmachenden Wünschen weiterhin unbürokratisch anzupacken und unsere Visionen im Sinne des Gemeinwohls umzusetzen. Und genau das werden wir tun!

Gesagt ist nicht immer gleich getan

Dass, was ich sage ist oft nicht dass, was ich meine. Und dass, was der oder die andere versteht ist nicht immer dass, was ich als Sprachbotschaft abgeschickt habe. Heute in der Julius-Leber-Schule stehen Kommunikationsmodelle auf der Tagesordnung. Eine Referendarin muss hinter einer Tafel stehend, den anwesenden Schülerinnen und Schülern eine kleine von mir angefertigte Skizze so beschreiben, dass sich das Original nicht von den Aufzeichnungen der Schülerschaft unterscheidet. Nicht ganz ohne. Zumal auch Gestik und Mimik nicht sichtbar zur Verfügung stehen. Die junge Damla hat gut zugehört, manchmal nachgefragt und die Botschaft auf ihr Papier gezeichnet. Und ist es nicht im Grunde so, dass wir Lehrenden, dass, was wir im Kopf haben, 1:1 in die Köpfe der anderen projizieren wollen?! Da tragen wir eine große Verantwortung. Denn die Macht der Worte ist nicht zu unterschätzen.

Aus schlafenden Knospen

Jedes Frühjahr freue ich mich auf den Weidenschnitt. Und bereits nach wenigen Wochen treiben die Stecklinge aus und bilden bei ausreichender Bewässerung Wurzeln. Ein wahres Wunder. Und kostenlos noch dazu. Wir verwenden die Weiden aus unserem Weidenlabyrinth als nachwachsendes Rohstofflager, damit die beschädigten und löchrigen Abschnitte der Anlage wieder ergrünen und das Labyrinth nicht zu einem Irrgarten wird. Stichwort Garten: in unserem Heilgarten leuchten die gelbgrünen Stecklinge als lebendige Zaunpfähle. Natürlich unter strengen Aufsicht von Robin – unserem gefiederten Wächter.

Posieren für den Artenschutz

Einige freiwillige Helferinnen begleiten mich auf meinen abendlichen Streifzügen. Verena fertigt Naturzeichnungen an. Sonia hat sich der Naturfotografie gewidmet. Beide unterstützen das Projekt auf ihre Art. Nämlich die wegen ihres Aussehens nicht von vielen Menschen geschätzten Kröten so in Szene zu setzen, dass dabei wunderbare Kunstwerke und Objekte entstehen. In Bälde werden hier einige ihrer Arbeiten zu sehen sein. Herzlichen Dank euch beiden! Auch im Namen der Kröten.

Erst mal ausladen

Wenn das so einfach wäre…Heute beginnt das Unternehmen Amphibienschutz im Stadtwald (Bereich Oberschweinstiege). Der Kofferraum ist randvoll gefüllt. Für den mehrere Hundert Meter langen Abschnitt von der Straßenbahnstation Oberschweinstiege bis zur gleichnamigen Speisegaststätte werden Bohlen als „Schleusen“, reißfeste Stoffbahnen, jede Menge Heringe, Eisenstäbe und Holzpflöcke zur Befestigung benötigt. Doch vorher muss die Trasse entlang der Zuwegung von Brombeerranken, Laub, Müll und Ästen gereinigt und eingeebnet werden. Schließlich sollen die hüpfenden Grasfrösche und kriechenden Kröten nicht durch die Maschen schlüpfen können…Der Zaunbau dauert 2 Tage und täglich muss die Anlage auf Windschäden, Mäuselöcher oder mutwillige Zerstörung überprüft werden. Während ich den Wald sauberfege, um den Schutzzaun zu installieren finden viele interessante Gespräche mit den Gästen und der Gastronomie und den Besuchenden des Stadtwaldes statt. Eine Mischung aus völliger Unwissenheit über die Welt der Amphibien bis hin zum Angebot, die Aktion ehrenamtlich zu unterstützen. Das macht Mut für die kommenden acht Wochen.